Beim
Kauf einer Immobilie müssen Sie neben dem Kaufpreis mit weiteren Kosten kalkulieren:
Notargebühren,
Grundbucheintrag,
Maklerprovision und nicht zuletzt die Grunderwerbsteuer. Da aber jedes Bundesland einen eigenen Steuersatz festlegt, können die sogenannten Kaufnebenkosten erheblich schwanken. Für eine solide Baufinanzierung ist eine realistische Kalkulation der Kosten jedoch unerlässlich. Wir klären, wie hoch die Grunderwerbsteuer in Ihrem Bundesland ist und wie sie sich auf Ihre Baufinanzierung auswirkt.
Die Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, die einmalig beim Kauf eines Grundstücks oder einer Immobilie fällig wird. Sie zählt neben der Maklercourtage, den Notar- und Grundbuchkosten sowie den
Erschließungskosten zu den
Nebenkosten beim Immobilienkauf.
Die Grunderwerbsteuer muss immer vom Käufer beglichen werden. Dabei handelt es sich um einen festen Prozentsatz, der sich am Kaufpreis des Grundstücks oder der Immobilie bemisst. Nach der notariellen Beurkundung wird der Kauf an das Finanzamt gemeldet. Anschließend erhält der Käufer den Steuerbescheid. Die Grunderwerbsteuer muss bezahlt werden, bevor er als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen wird. Erst wenn die Steuerschuld beglichen ist, wird die Eigentumsübertragung rechtlich vollzogen.
Nachdem der Notar den Immobilien- oder Grundstückskauf beurkundet hat, informiert er das
Finanzamt über den Vorgang. Diese setzt anhand des Kaufpreises und des jeweils in dem Bundesland gültigen Steuersatzes die Grunderwerbsteuer fest.
Der Käufer erhält den Grunderwerbsteuerbescheid. Er hat einen Monat Zeit, um die Steuerschuld zu bezahlen. Wurde der Betrag innerhalb der festgelegten Frist beglichen, erhält er vom Finanzamt eine sogenannte
Unbedenklichkeitsbescheinigung. Diese bestätigt die Zahlung der Grunderwerbsteuer. Wird der Betrag nicht fristgerecht bezahlt, darf das Finanzamt Verspätungszinsen verlangen.
Erst mit Vorliegen der Unbedenklichkeitsbescheinigung erfolgt die Eintragung in das Grundbuch. Der Käufer ist nun rechtmäßiger Eigentümer des Grundstücks oder der Immobilie.
Während einige Bundesländer vergleichsweise moderate Steuersätze festlegen, müssen Käufer in anderen Regionen mit spürbar höheren Kosten rechnen. Der Unterschied kann mehrere Tausend Euro ausmachen – die sich erheblich auf die Baufinanzierung und das notwendige Eigenkapital auswirken.
Die Spannbreite der Grunderwerbsteuer liegt in Deutschland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Besonders teuer ist der Immobilien- und Grundstückskauf für Käufer in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland. Bayern verlangt mit 3,5 Prozent den niedrigsten Steuersatz. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro liegt die Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Steuersatz bei 15.000 Euro (17.500 Euro zu 32.500 Euro).
Das Bundesland Hessen vergibt seit 2024 beim Kauf der ersten selbstgenutzten Immobilie das sogenannte Hessengeld. Dabei handelt es sich um eine Förderung, die Käufer beantragen können, die in dem Bundesland ein Objekt kaufen, das sie selbst bewohnen werden.
Die Höhe des Hessengeldes beträgt 10.000 Euro je Käufer (maximal 20.000 Euro) sowie 5.000 Euro für jedes minderjährige Kind (maximal 10.000 Euro). Die Fördersumme wird maximal in Höhe der anfallenden Grunderwerbsteuer bezahlt. Die Förderung wird allerdings nicht auf einen Schlag, sondern über zehn Jahre in monatlichen Raten ausbezahlt.
Die Grunderwerbsteuer ist für die
Baufinanzierung wichtig, weil sie einen erheblichen Teil der Kaufnebenkosten ausmacht. Und diese sollten, um die bestmögliche Finanzierung zu erhalten, mit dem Eigenkapital gedeckt werden.
Banken finanzieren im Regelfall nur den Kaufpreis einer Immobilie. Aufwendungen, die für den Notar, die Grundbucheintragung und den Makler anfallen, sowie die Grunderwerbsteuer sollten aus eigenen Geldmitteln gedeckt werden. Ein hoher Steuersatz beeinflusst den Eigenkapitalbedarf erheblich. Und ohne ausreichend
Eigenkapital kann die Baufinanzierung sogar scheitern.
Regionale Unterschiede können die Gesamtkosten eines Immobilienkaufs erheblich beeinflussen. Und gerade weil die Grunderwerbsteuer sofort fällig ist und nicht über die Baufinanzierung beglichen werden kann, ist eine sorgfältige Planung der Finanzen inklusive Kaufnebenkosten unerlässlich. Damit das Eigenheim auf einem sicheren Fundament steht, spielen neben der Steuer aber auch weitere Faktoren eine erhebliche Rolle:
Tilgungsrate,
Zinsentwicklung,
Sondertilgungen und vieles mehr.
Unsere Baufin-Experten helfen Ihnen dabei, die Grunderwerbsteuer und alle weiteren Kaufnebenkosten realistisch zu kalkulieren. Außerdem erhalten Sie bei uns die passende Finanzierungsstrategie für Ihre individuelle Situation.
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