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Immobilienfinanzierung: So finanzieren Sie Ihr Eigenheim

susanne-knofe

Susanne Knofe

|

Expertin für Baufinanzierung

|

Stand: 22.12.25

Das Wichtigste zur Finanzierung im Überblick

  • Mit einer Immobilienfinanzierung lässt sich der Traum vom Eigenheim oder einer Eigentumswohnung finanzieren.

  • Dieses zweckgebundene Darlehen setzt sich aus verschiedenen Positionen wie dem Hypothekenzins, der Zinsfestschreibung und der Tilgung zusammen.

  • In Niegrigzins-Zeiten empfiehlt sich eine lange Zinsbindung von zehn bis 15 Jahren.

  • Die monatliche Tilgung der Immobilienfinanzierung sollte maximal 30 bis 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmachen, um genügend finanzielle Reserven zu haben.

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Was ist eine Immobilienfinanzierung?

Eine Immobilienfinanzierung ist ein zweckgebundenes Darlehen zum Erwerb oder Bau einer Wohnimmobilie.
Sie umfasst in der Regel mehrere Bausteine wie Zinssatz, Tilgung und Laufzeit.
Die Kreditraten bestehen aus Zins und Tilgung, die über einen längeren Zeitraum zurückgezahlt werden.

Eine Immobilienfinanzierung dient dazu, die hohen Anschaffungskosten einer Immobilie nicht vollständig aus Eigenmitteln tragen zu müssen.
Das Darlehen wird meist von Banken oder Finanzdienstleistern gewährt, wobei die Immobilie selbst als Sicherheit dient.

Verträge enthalten festgelegte Konditionen wie Zinsbindung und Tilgungsplan, die die wirtschaftliche Belastung über die Jahre strukturieren.

Welche Komponenten gehören zu einer Immobilienfinanzierung

Die entscheidenden Komponenten sind Zinssatz, Laufzeit, Tilgung und Sicherheiten. Zinssatz und Zinsbindung bestimmen die Zinskosten über definierte Zeiträume, die Tilgung beeinflusst die Rückzahlungsdauer. Sicherheiten und Bonität beeinflussen die Konditionen des Darlehens.

Der Zinssatz ist der Preis für das geliehene Kapital und wird oft für mehrere Jahre festgeschrieben. Eine längere Zinsbindung kann in Niedrigzinsphasen Planungssicherheit bieten, wirkt aber bei zukünftigen Zinsrückgängen weniger flexibel. Die Tilgung legt fest, wie schnell die Restschuld sinkt; höhere Tilgung reduziert Zinskosten, erhöht aber die monatliche Belastung.

Hinweis: Sind die Zinsen aktuell niedrig und lässt sich davon ausgehen, dass sie in den nächsten Jahren steigen werden, empfiehlt sich eine möglichst lange Zinsfestschreibung von zehn bis 15 Jahren für die Immobilienfinanzierung. Ist der Zinssatz hingegen hoch und wird vermutlich wieder sinken, ist eine kürzere Laufzeit des Darlehens sinnvoller.

Wann ist eine Immobilienfinanzierung wirtschaftlich relevant

Eine Immobilienfinanzierung ist in wirtschaftlicher Hinsicht bei höheren Kauf- oder Baukosten relevant, die nicht vollständig aus Eigenmitteln gedeckt werden. Sie ermöglicht die Nutzung von Wohneigentum trotz hoher Anschaffungskosten. Die langfristigen Zahlungsverpflichtungen der Finanzierung sollten zur persönlichen finanziellen Situation passen.

Der Erwerb einer Immobilie zählt finanziell zu den größten Investitionen im Leben. Eine realistische Budgetplanung hilft, die Tragfähigkeit der monatlichen Belastung zu beurteilen. Dabei sollten auch Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten berücksichtigt werden, die insgesamt einen substanziellen Anteil am Finanzierungsbedarf ausmachen können.

Tipp: Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank im Rahmen der Immobilienfinanzierung kostenlose Sondertilgungen. Damit lassen sich Beträge bis zu einer bestimmten Höhe (beispielsweise fünf Prozent der Darlehenssumme) zusätzlich und gebührenfrei einbezahlen. Auf diese Weise kann die Restschuld für das Darlehen schneller abbezahlt werden und die Zinsbelastung sinkt.

Welche Arten von Darlehen gibt es bei einer Immobilienfinanzierung

Die häufigste Darlehensform ist das Annuitätendarlehen mit gleichbleibenden Raten.
Weitere Formen wie Volltilgerdarlehen haben feste Endpunkte ohne Restschuld.
Die Auswahl hängt von individuellen Zielen, Zinsumfeld und der finanziellen Planung ab.

Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate über die Zinsbindungsfrist konstant, obwohl sich Zins- und Tilgungsanteil verschieben.
Ein Volltilgerdarlehen legt fest, dass die gesamte Kreditsumme innerhalb der Zinsbindungsfrist zurückgezahlt wird.
Andere Varianten können Sondertilgungen oder Kombinationen mit Bausparverträgen enthalten.

Welche Rolle spielt Eigenkapital bei der Immobilienfinanzierung

Eigenkapital wirkt sich positiv auf die Konditionen der Finanzierung aus.
Ein höherer Eigenkapitalanteil kann bessere Zinssätze und geringere Fremdkapitalkosten ermöglichen.
Der prozentuale Anteil des Eigenkapitals ist ein wesentlicher Risikoparameter für Kreditgeber.

Eigenkapital reduziert den Finanzierungsbedarf und damit das Risiko für die Bank.
Banken bewerten die Beleihungsgrenze, also wieviel Prozent des Objektwertes sie finanzieren, in Abhängigkeit vom Eigenkapitalanteil.
Ein höherer Eigenkapitalanteil kann zudem die monatliche Belastung reduzieren.

Welche Nebenkosten sollten in die Planung einbezogen werden

Zu den Nebenkosten zählen Grunderwerbsteuer, Notar-, Grundbuch- und ggf. Maklerkosten.
Diese können einen erheblichen Anteil der Gesamtausgaben ausmachen und sollten frühzeitig berücksichtigt werden.
Nebenkosten beeinflussen die maximale Darlehenshöhe und das verfügbare Budget.

Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland und kann mehrere Prozent des Kaufpreises betragen.
Notar- und Grundbuchkosten sind bei jedem Immobilienkauf fester Bestandteil der Ausgaben.
Maklergebühren fallen an, wenn ein Makler involviert ist; deren Höhe ist regional unterschiedlich.

Nebenkosten-Art

Anteile der Immobilienfinanzierung

Grunderwerbsteuer

3,5 - 6,5 % des Kaufpreises

Grundbucheintrag

0,5 % des Kaufpreises

Notarkosten

1 % des Kaufpreises

Maklercourtage

3,57 - 7,14 % des Kaufpreises

Beispiel: Wer eine Immobilie in Baden-Württemberg für 400.000 Euro kauft, muss mit Nebenkosten in Höhe von 26.000 Euro rechnen. Diese setzen sich aus folgenden Posten zusammen:

Nebenkosten der Immobilienfinanzierung

Wurde das Haus durch einen Makler vermittelt, fallen zusätzlich 14.280 Euro (3,57 %) für die Maklercourtage an. In diesem Fall betragen die Kaufnebenkosten rund 40.280 Euro, wodurch der Gesamtaufwand für die Immobilie auf 440.280 Euro steigt.

Wann kann eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital möglich sein

Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber mit höheren Risiken und Kosten verbunden.
Banken verlangen dann in der Regel eine besonders gute Bonität und oft höhere Zinsen.
Eine Vollfinanzierung ohne Nebenkosten gilt als außergewöhnlich und erfordert besondere Voraussetzungen.

Ohne Eigenkapital steigt das Ausfallrisiko für Kreditgeber, was häufig zu strengeren Prüfungen oder zusätzlichen Sicherheiten führt.
Eine 110-Prozent-Finanzierung, bei der auch Nebenkosten über das Darlehen abgedeckt werden, ist selten und teuer.

Tipp: Wenden Sie nicht Ihr gesamtes Eigenkapital für den Kauf der Immobilie oder das Bauvorhaben auf. Grundsätzlich ist es ratsam, eine Reserve für ungeplante Ausgaben bereitzuhalten. Experten empfehlen 5.000 bis 10.000 Euro. Dadurch verhindern Sie, dass Sie die Beleihungsgrenze überschreiten müssen.

Welche Faktoren beeinflussen die Konditionen einer Immobilienfinanzierung

Konditionen werden von der Bonität des Kreditnehmers, dem Beleihungswert, dem Zinsumfeld und der Laufzeit beeinflusst.
Marktzinssätze, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Eigenkapital wirken sich auf den effektiven Zinssatz aus.
Kreditgeber analysieren diese Faktoren zur Risikoeinschätzung und Preisbildung.

Die Bonität misst die Fähigkeit zur Rückzahlung und basiert auf Einkommen, bestehenden Verpflichtungen und Kreditgeschichte.
Der Beleihungswert beschreibt das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Verkehrswert der Immobilie.
Längere Zinsbindungen bieten Planungssicherheit, können aber bei sinkenden Marktzinssätzen weniger flexibel sein.

Fazit zur Immobilienfinanzierung

Die Immobilienfinanzierung ist ein langfristiger Kredit mit mehreren Einflussfaktoren und sollte sorgfältig geplant werden.
Die Konditionen hängen maßgeblich von individuellen finanziellen Voraussetzungen ab.
Eine strukturierte Budget- und Risikoanalyse unterstützt die Entscheidung.

Häufige Fragen zur Immobilienfinanzierung

Was versteht man unter einer Immobilienfinanzierung?

Eine Immobilienfinanzierung ist ein langfristiges Darlehen zur Finanzierung von Kauf, Bau oder Modernisierung einer Immobilie.
Das Darlehen wird in monatlichen Raten aus Zins und Tilgung zurückgezahlt.
Die Immobilie dient in der Regel als Sicherheit für den Kredit.

Eine Immobilienfinanzierung unterscheidet sich von Konsumentenkrediten durch ihre lange Laufzeit und die Grundschuld im Grundbuch.
Die Konditionen hängen stark von Einkommen, Eigenkapital und Objektwert ab.

Wie viel Eigenkapital ist für eine Immobilienfinanzierung sinnvoll?

Eigenkapital reduziert die benötigte Darlehenssumme und verbessert in vielen Fällen die Kreditkonditionen.
Häufig wird empfohlen, zumindest die Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln zu decken.
Eine feste Mindestquote ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Je höher der Eigenkapitalanteil, desto geringer ist das Risiko aus Sicht der Bank.
Dies kann sich auf Zinssatz und Vertragsbedingungen auswirken.
Die tatsächliche Höhe des benötigten Eigenkapitals ist immer individuell zu betrachten.

Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?

Zu den Nebenkosten zählen Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchkosten und gegebenenfalls Maklergebühren.
Diese Kosten entstehen zusätzlich zum Kaufpreis und müssen eingeplant werden.
Sie werden häufig nicht vollständig über das Darlehen finanziert.

Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist bundeslandabhängig.
Notar und Grundbuch verursachen feste, gesetzlich geregelte Gebühren.
Maklerkosten variieren je nach Region und Vereinbarung.

Welche Darlehensformen gibt es bei der Immobilienfinanzierung?

Am häufigsten wird das Annuitätendarlehen eingesetzt.
Dabei bleibt die monatliche Rate während der Zinsbindung konstant.
Weitere Formen sind Volltilgerdarlehen oder Kombinationen mit Sondertilgungsoptionen.

Beim Annuitätendarlehen verschiebt sich im Zeitverlauf das Verhältnis von Zins und Tilgung.
Volltilgerdarlehen führen am Ende der Zinsbindung zu einer vollständigen Rückzahlung.
Welche Form passt, hängt von Planungshorizont und finanzieller Stabilität ab.

Was bedeutet Zinsbindung bei einer Immobilienfinanzierung?

Die Zinsbindung legt fest, wie lange der vereinbarte Zinssatz gilt.
Übliche Zeiträume liegen zwischen 5 und 30 Jahren.
Nach Ablauf der Zinsbindung ist eine Anschlussfinanzierung erforderlich, sofern eine Restschuld besteht.

Eine längere Zinsbindung bietet Planungssicherheit, kann aber höhere Zinssätze bedeuten.
Eine kürzere Zinsbindung ist flexibler, birgt jedoch Zinsänderungsrisiken.

Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Eine Anschlussfinanzierung ist die Fortsetzung der Finanzierung nach Ablauf der Zinsbindung.
Sie betrifft nur die verbleibende Restschuld des ursprünglichen Darlehens.
Die Konditionen richten sich nach dem aktuellen Zinsniveau.

Anschlussfinanzierungen können bei der bisherigen Bank oder bei einem neuen Kreditgeber erfolgen.
Ein Vergleich kann sinnvoll sein, da sich Zinssätze und Vertragsbedingungen unterscheiden können.

Kann eine Immobilienfinanzierung vorzeitig abgelöst werden?

Eine vorzeitige Ablösung ist grundsätzlich möglich, aber oft mit Zusatzkosten verbunden.
In der Regel fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an.
Ausnahmen bestehen unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen.

Nach Ablauf von zehn Jahren seit vollständiger Auszahlung kann ein Darlehen meist ohne Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt werden.
Ob dies zutrifft, hängt vom konkreten Vertrag ab.

Wie hoch darf die monatliche Rate bei einer Immobilienfinanzierung sein?

Die monatliche Rate sollte zur langfristigen finanziellen Leistungsfähigkeit passen.
Eine pauschale Prozentregel ist nicht verbindlich.
Maßgeblich ist das frei verfügbare Einkommen nach laufenden Ausgaben.

Zusätzlich sollten Rücklagen für Instandhaltung und unvorhergesehene Ausgaben eingeplant werden.
Eine realistische Haushaltsrechnung ist hierfür zentral.

Wann ist eine individuelle Beratung bei der Immobilienfinanzierung sinnvoll

Eine individuelle Beratung ist sinnvoll, wenn mehrere Finanzierungsoptionen bestehen oder Unsicherheiten vorliegen.
Auch bei komplexen Einkommenssituationen oder langfristiger Planung kann sie hilfreich sein.
Standardrechner ersetzen keine vollständige Analyse.

Jede Immobilienfinanzierung ist ein langfristiges Projekt mit individuellen Rahmenbedingungen.
Eine strukturierte Prüfung kann helfen, Risiken besser einzuschätzen.

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Susanne Knofe

|

Expertin für Baufinanzierung

|

Stand: 01.06.25

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