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Zählt die abbezahlte Immobilie als Eigenkapital?

susanne-knofe Baufin-Experte

Susanne Knofe

|

Expertin für Baufinanzierung

|

Stand: 5. April 2026

Das Wichtigste in Kürze

    • Eine abbezahlte Immobilie kann bei der Baufinanzierung als Eigenkapital anerkannt werden
    • Sie verbessert die Bonität und kann zu besseren Zinsen führen
    • Auch teilweise abbezahlte Immobilien können berücksichtigt werden
    • Entscheidend ist immer die Bewertung und Beleihbarkeit durch die Bank
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Zählt eine abbezahlte Immobilie als Eigenkapital für eine Baufinanzierung?

Angesichts gestiegener Bauzinsen ist Eigenkapital heute wichtiger denn je. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto besser sind in der Regel die Konditionen Ihrer Baufinanzierung.

Eine häufige Frage aus der Praxis lautet daher: Kann eine bereits abbezahlte Immobilie als Eigenkapital genutzt werden? Die klare Antwort lautet: Ja.

Eine schuldenfreie Immobilie kann in vielen Fällen wie Eigenkapital behandelt werden. Sie stellt einen realen Vermögenswert dar und erhöht Ihre finanzielle Stabilität aus Sicht der Bank.

Das gilt sowohl für selbstgenutzte Immobilien als auch für vermietete Objekte oder Grundstücke.

Unser Tipp: Sie können auch eine nicht abbezahlte Immobilie beleihen. Hier gilt: Je vollständiger Sie Ihr Haus abbezahlt haben, umso höher ist dessen Vermögenswert, den Sie in die Baufinanzierung einbringen können. 

Wie wirkt sich eine Immobilie als Eigenkapital auf die Finanzierung aus?

Eine vorhandene Immobilie bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich.

Zum einen verbessert sie Ihre Kreditwürdigkeit. Zum anderen dient sie als zusätzliche Sicherheit für die Bank.

Das kann sich konkret so auswirken:

  • Sie erhalten bessere Zinssätze

  • Ihre Finanzierung wird überhaupt erst möglich

  • Sie können eine höhere Darlehenssumme aufnehmen

Gerade in Situationen, in denen der Kaufpreis über dem von der Bank ermittelten Immobilienwert liegt, kann eine bestehende Immobilie den entscheidenden Unterschied machen.

Unser Tipp: Wenn Sie eine abbezahlte Immobilie als Eigenkapital anrechnen lassen wollen, lohnt es sich, verschiedene Angebote bei Banken einzuholen. Denn: Ob Sie ein Grundstück oder eine (teilweise) abbezahlte Immobilie als Eigenkapital in die Baufinanzierung einbringen können, liegt im Ermessen der jeweiligen Bank.

Kann auch eine nicht vollständig abbezahlte Immobilie angerechnet werden?

Auch das ist möglich. Allerdings wird in diesem Fall nicht der gesamte Immobilienwert berücksichtigt, sondern nur der sogenannte freie Beleihungswert.

Das bedeutet: Der aktuelle Marktwert der Immobilie minus bestehende Restschuld ergibt den anrechenbaren Anteil.

Je höher die Restschuld, desto geringer ist der Effekt als Eigenkapital. Wichtig zu wissen: Jede Bank bewertet das unterschiedlich.

Manche Institute akzeptieren bereits teilweise entschuldete Immobilien, andere verlangen eine nahezu schuldenfreie Situation.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit eine Immobilie als Eigenkapital in die Baufinanzierung eingebracht werden kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein.

Die wichtigsten Voraussetzungen sind:

  • Die Immobilie steht in Ihrem Eigentum
  • Sie kann wirtschaftlich bewertet werden
  • Es bestehen keine oder nur geringe Vorbelastungen im Grundbuch
  • Ihre Bonität und Ihr Einkommen sind ausreichend stabil

Wenn eine Immobilie bereits als Sicherheit für ein anderes Darlehen dient, wird sie oft nur eingeschränkt berücksichtigt.

Auch Eigentumsanteile, etwa bei Erbengemeinschaften, werden meist nur anteilig angesetzt.

Wird die monatliche Rate durch eine Immobilie als Eigenkapital niedriger?

Indirekt ja. Eine Immobilie als zusätzliche Sicherheit verbessert Ihre Ausgangssituation gegenüber der Bank. Dadurch erhalten Sie häufig einen besseren Zinssatz.

Ein niedrigerer Zinssatz führt wiederum zu einer geringeren monatlichen Belastung. In vielen Fällen geht es aber nicht nur um die Rate. Häufig entscheidet die zusätzliche Sicherheit überhaupt erst darüber, ob eine Finanzierung genehmigt wird.

Welche Risiken gibt es?

So sinnvoll die Einbringung einer Immobilie als Eigenkapital sein kann, sie ist nicht risikofrei.
Denn: Die Immobilie wird zur Sicherheit für das neue Darlehen.

Das bedeutet konkret: Wenn Sie Ihre Kreditraten nicht mehr bedienen können, kann die Bank auf diese Immobilie zugreifen.
Im schlimmsten Fall droht der Verlust des bestehenden Eigentums.

Deshalb sollte diese Entscheidung immer gut durchdacht und langfristig tragbar sein.

Was zählt sonst noch als Eigenkapital bei einer Baufinanzierung?

Eigenkapital umfasst alle finanziellen Mittel, die nicht von der Bank stammen.

Dazu gehören klassische Geldwerte wie:
  • Bargeld

  • Erspartes auf einem Bankkonto (Tagegeld- oder Festgeldkonto)

  • Geldanlagen (Wertpapiere, Bausparverträge)

  • Ggf. Riester-Rente

  • Auszahlungen bzw. Rückkaufswert aus der privaten Kapitallebensversicherung, Rentenversicherung

  • Fördermittel und Zuschüsse z. B. von der KfW

  • Private Darlehen von Freunden oder Verwandten

Weiterhin zählen zum Eigenkapital für eine Baufinanzierung beispielsweise folgende Mittel:
  • Ein Baugrundstück

  • Eine bereits abbezahlte Immobilie

  • Wertgegenstände (Schmuck, Gemälde, Münzen etc.)

  • „Muskelhypothek“: fachgerechte Eigenleistungen beim Hausbau. Selbst oder mit Hilfe von Verwandten, Freunden und Bekannten ausgeführte (Handwerker)Leistungen etc. können bis zu 15 Prozent der Darlehenssumme ausmachen

Immobilie als Eigenkapital kann ein Vorteil sein

Eine abbezahlte Immobilie ist mehr als nur Besitz. Sie ist ein wertvoller Baustein in Ihrer Baufinanzierung.

Sie verbessert Ihre Bonität, erhöht Ihre Finanzierungsspielräume und kann zu besseren Konditionen führen.

Gleichzeitig sollten die Risiken nicht unterschätzt werden. Wer bestehendes Eigentum einbringt, bindet es aktiv in die Finanzierung ein.

Entscheidend ist daher immer eine individuelle Bewertung.
susanne-knofe Baufin-Experte

Susanne Knofe

|

Stand: 5. April 2026

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