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Welche Rolle spielt der Energieausweis bei der Finanzierung?

susanne-knofe Baufin-Experte

Susanne Knofe

|

Expertin für Baufinanzierung

|

Stand: 3. September 2025

Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Energieausweis mit guter Energiebilanz verbessert die Chancen auf günstigere Zinsen, höhere Darlehenssummen und Zugang zu Fördermitteln
    • Bei der Finanzierung ist der Energieausweis Teil des Finanzierungsrisikos – vor allem bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen
    • Bei einer schlechten Energiebilanz müssen Kreditnehmer mit Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe, teureren Konditionen und weniger Verhandlungsspielraum rechnen
    • Eine gesetzliche Pflicht für einen Energieausweis besteht bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung von Objekten ab 50 Quadratmetern
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Der Energieausweis ist längst mehr als nur ein Pflichtdokument – er spielt eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung von Immobilien. Banken und Kreditgeber bewerten anhand des Ausweises die energetische Qualität eines Gebäudes, was direkten Einfluss auf die Kreditkonditionen, Förderchancen und langfristige Sicherheit haben kann. Besonders bei Neubauprojekten oder bei Modernisierungen ist ein guter Energiekennwert ein erheblicher Vorteil.

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis ist ein Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes bewertet. Er zeigt auf einen Blick, wie viel Energie ein Haus oder eine Wohnung im Schnitt verbraucht – und ist damit ein wichtiges Kriterium für Käufer und Mieter, um die laufenden Kosten abzuschätzen. Aber auch bei der Finanzierung einer Immobilie spielt der Energieausweis eine entscheidende Rolle.

Je besser der Energiekennwert, desto energieeffizienter ist das Gebäude. Das kann sich direkt auf die monatlichen Nebenkosten und den langfristigen Wert der Immobilie auswirken. Banken berücksichtigen den Energieausweis zunehmend bei der Bewertung von Finanzierungsrisiken und Fördermöglichkeiten – besonders bei Neubauten oder energetisch sanierten Objekten.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Energieausweisen:
  • Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch in den letzten drei Jahren.
  • Der Bedarfsausweis bewertet den theoretischen Energiebedarf unter Berücksichtigung baulicher und technischer Gegebenheiten.

Um deine Baufinanzierung optimal zu gestalten, ist eine sorgfältige Planung und die Auswahl der für dich und deine individuelle Situation passenden Darlehensart sehr wichtig. Informiere dich gründlich und vergleiche verschiedene Angebote, um die für dich beste Finanzierung zu finden. Mit einer gut durchdachten Baufinanzierung oder Immobilienfinanzierung kannst du deinen Traum vom eigenen Heim Wirklichkeit werden lassen!

Welche Informationen stehen in einem Energieausweis?

Der Energieausweis enthält eine Vielzahl von Informationen zur energetischen Qualität des jeweiligen Gebäudes. Die wichtigsten Angaben sind:

Energiekennwert / Energieeffizienzklasse

Der Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch ist der zentrale Wert im Ausweis. Er wird in kWh/(m²·a) angegeben. Darunter befindet sich eine farbliche Einteilung der Energieeffizienzklasse, wie sie auch von Haushaltsgeräten bekannt ist. Bei Immobilien reicht die Einteilung von der besten Klasse A+ bis zur schlechtesten Klasse H.

Ausweisart

Während der Bedarfsausweis vor allem bei Neubauten und modernisierten Gebäuden vorgesehen ist, eignet sich der Verbrauchsausweis besonders für größere Gebäude mit mehreren Wohneinheiten.

Informationen zum Gebäude

Das Baujahr, der Gebäudetyp, die Bauweise, Fenster, Dämmung, Anzahl der Wohneinheiten und die Adresse werden auf dem Energieausweis notiert.

Informationen zur Heiztechnik

Neben der Art des Heizsystems sind auch das Baujahr der Heizungsanlage sowie die Art der Warmwasserbereitung hinterlegt.

Empfehlungen

Es werden Vorschläge für die energetische Verbesserung des Gebäudes festgehalten. Diese Empfehlungen sind nicht verpflichtend auszuführen, können aber für Sanierungsmaßnahmen als Orientierung dienen.

Angaben zum Aussteller

Name, Kontaktdaten, Qualifikation des Ausstellers sowie das Datum der Ausstellung und die Gültigkeit. Ein Energieausweis ist im Regelfall zehn Jahre gültig.
Die Zuständigkeit für Energieausweise ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Meist liegt sie in der Hand der Bauordnungsämter der Kommunen und Kreise oder der Bauaufsichtsbehörde.

Das Lesen eines Energieausweises ist denkbar einfach: Er funktioniert im Prinzip nach dem Ampelsystem. Ist der Pfeil im grünen Bereich, ist der zu erwartende Energieverbrauch eher gering. Umso mehr sich der Pfeil Richtung rot bewegt, desto höher sind die Energiekosten und ggf. die zu erwartenden Sanierungskosten.

Welche Rolle spielt der Energieausweis bei der Finanzierung?

Kreditgeber ziehen den Energieausweis bei der Finanzierung heran, um die energetische Qualität des zu finanzierenden Objekts und somit seine langfristige Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit zu bewerten.

Eine Immobilie mit einem guten Energiekennwert von A oder B verursacht niedrige Heizkosten und hat einen höheren Wiederverkaufswert. Das bedeutet, die Eigentümer haben ein geringeres Ausfallrisiko und der Beleihungswert fällt höher aus. Die Kreditnehmer können somit ein höheres Darlehen erhalten und bekommen bessere Zinskonditionen. Darüber hinaus haben sie leichter Zugang zu Förderprogrammen wie Krediten der KfW.

Einige Kreditgeber finanzieren gezielt ökologische Baumaßnahmen, um ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Bestimmten Banken gewähren auch Zinsabschläge, wenn die zu finanzierenden Objekte eine Top-Energieeffizienzklasse aufweisen.

Welche Auswirkung hat ein schlechter Energieausweis auf die Finanzierung?

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, Immobilien mit einer schlechten Energiebilanz verursachen höhere Betriebskosten und haben einen niedrigeren Wiederverkaufswert. Für die Bank geht der schlechte Energiekennwert im Energieausweis mit einem höheren Risiko einher, was sich negativ auf die Finanzierung auswirkt. Die Kreditnehmer müssen mit Schwierigkeiten bei der Darlehensvergabe sowie teureren Zinskonditionen und weniger Verhandlungsspielraum etwa bei der Zinsfestschreibung und den zusätzlichen Konditionen rechnen.

Bei Immobilie mit einer schlechten Energiebilanz fordern viele Kreditgeber ein ausführliches Modernisierungskonzept. Darin müssen die Kreditgeber detailliert darstellen, wie sie die Energieeffizienz des Objekts verbessern möchten.

Vorteile bei einer hohen Energieeffizienz

Nachteile bei einer niedrigen Energieeffizienz

Günstigere Zinskonditionen

Risiko einer Antragsablehnung

Höhere Darlehenssummen

Teurere Zinskonditionen

Längere Zinsfestschreibung und Laufzeit möglich

Wenig Verhandlungsspielraum

Zugang zu Fördermitteln

Aufwendiger Modernisierungsplan möglich

Höherer Wiederverkaufswert

Wann brauche ich einen Energieausweis?

Ein Energieausweis ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, sobald ein Objekt verkauft, vermietet oder verpachtet werden soll. Er muss potenziellen Käufern und Mietern bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden. Spätestens aber bei Vertragsabschluss ist der Ausweis den Käufern zu übergeben.

Eigentümer müssen einen Energieausweis allerdings nur vorlegen, wenn der Nutzer des Objekts wechselt. Solange sie selbst in der Immobilie wohnen und dieses weder verkaufen noch vermieten, ist kein Energieausweis notwendig.

Keine Ausweispflicht besteht für Baudenkmäler und kleine Gebäude mit einer Nutzfläche bis maximal 50 Quadratmeter.

Der Energieausweis ist mehr als nur ein Pflichtdokument bei der Finanzierung

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewinnen zunehmend an Bedeutung – auch oder vor allem beim Bau und der Bewirtschaftung von Immobilien. Deshalb ist der Energieausweis bei der Finanzierung längst nicht mehr nur ein Pflichtdokument, er ist ein Kriterium für die Konditionen und den Verhandlungsspielraum der Kreditnehmer. Durch die gezielte Förderung von ökonomischen Baumaßnahmen und Objekten mit Top-Energieeffizienz möchten Kreditgeber ihre eigenen Klimaziele erfüllen – und folgen dem Trend zur Nachhaltigkeit bei der Immobilienfinanzierung. Gleichzeitig sollten durch schlechtere Konditionen Anreize gesetzt werden, vermehrt auf eine umweltfreundliche Bauweise zu achten und durch Modernisierungsmaßnahmen die eigene Energieeffizienz zu verbessern.

Für Bauherren ist der Energieausweis also nicht nur eine Verpflichtung bei der Finanzierung, sondern auch eine Chance, von besseren Konditionen zu profitieren. Wie das funktioniert, wissen unsere Baufin-Experten. Wir sind Ihnen gerne dabei behilflich, die passende Immobilienfinanzierung für Ihr Objekt zu finden. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit uns.

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Susanne Knofe

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Stand: 3. September 2025

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