
Björn Schehr
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Experte für Baufinanzierung
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Stand: 18. Oktober 2026
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Die beschränkte persönliche Dienstbarkeit ist ein im Grundbuch eingetragenes Nutzungsrecht, das einer bestimmten Person oder einem bestimmten Unternehmen an einem fremden Grundstück zusteht. Geregelt ist sie in den §§ 1090 bis 1093 BGB. Für eine Baufinanzierung ist vor allem entscheidend, an welcher Rangstelle der Eintrag steht und wie stark er die Immobilie im Verwertungsfall entwertet.
Die beschränkte persönliche Dienstbarkeit ist ein im Grundbuch abgesichertes Nutzungsrecht an einem fremden Grundstück, das einer namentlich bestimmten Person oder Organisation zusteht. Der Eigentümer bleibt Eigentümer, muss die Nutzung durch den Berechtigten aber dulden. Rechtsgrundlage sind die §§ 1090 bis 1093 BGB. Wirksam wird das Recht erst mit der Eintragung in Abteilung II des Grundbuchs.
Die beschränkte persönliche Dienstbarkeit ist ein Begriff aus dem Immobiliensach- bzw. Grundstücksrecht. Er beschreibt die Möglichkeit, bestimmte Nutzungsrechte an einem Grundstück zugunsten einer anderen Person zu vereinbaren.
Der Grundsatz der beschränkten persönlichen Dienstbarkeit ist in den Paragrafen 1090 bis 1093 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Es handelt sich hierbei um eine dingliche Rechtsbelastung an einem Grundstück, die eine dritte Person dazu berechtigt, bestimmte Nutzungsrechte an dem jeweiligen Grundstück auszuüben. Der Berechtigte darf das Grundstück also für bestimmte, klar umrissene Zwecke nutzen, etwa als Weg, für eine Leitung oder zum Wohnen.
Wie weit das Recht reicht, richtet sich nach dem persönlichen Bedarf des Berechtigten. Ein Wohnungsrecht für eine einzelne Person erlaubt deshalb nicht automatisch, dass eine sechsköpfige Familie einzieht.
Hinweis: Die beschränkte Dienstbarkeit kann zugunsten einer Privatperson, eines Unternehmens oder einer öffentlichen Stelle eingeräumt werden. Sie ist außerdem nicht an einen Eigentumstitel gebunden. In Abgrenzung zur Grunddienstbarkeit muss der Begünstigte bspw. nicht Eigentümer des Nachbargrundstücks sein, das nur durch die Überquerung des vorderen Grundstücks erreichbar ist.
Eine Dienstbarkeit kann in der Regel nicht vererbt oder übertragen werden. Verstirbt der Begünstigte, erlischt die Vereinbarung. Steht das Recht einem Unternehmen zu, endet es mit dessen Erlöschen. Wichtig ist außerdem zu wissen, dass die beschränkte Dienstbarkeit nur wirksam ist, wenn sich Eigentümer und Berechtigter geeinigt haben und das Recht im Grundbuch unter Abteilung II eingetragen wurde.
Wohnungsrecht: Dem Begünstigten wird das Recht eingeräumt, einen bestimmten Teil des Wohnraums einer Immobilie zu nutzen bzw. zu bewohnen.
Wegerecht: Mit dem Wegerecht wird dem Begünstigten das Recht eingeräumt, ein fremdes Grundstück zu betreten, um Zugang zu einem anderen Grundstück oder einer Straße zu erhalten.
Leitungsrecht: Das Leitungsrecht ermöglicht es Dritten, Leitungen oder Kabel auf dem belasteten Grundstück zu verlegen und zu betreiben. Diese Dienstbarkeit kann bspw. mit Energieversorgern oder Internetanbietern geschlossen werden.
Bergschadenverzicht: Der Eigentümer verzichtet gegenüber einem Bergbauunternehmen ganz oder teilweise auf Ersatz künftiger Bergschäden. Das Recht wird zugunsten des Unternehmens eingetragen.
Nutzungsrecht für Anlagen: Betreiber von Photovoltaik-, Wind- oder Mobilfunkanlagen sichern sich über eine Dienstbarkeit die Standortnutzung auf einem fremden Grundstück.
Die beschränkte persönliche Dienstbarkeit steht einer bestimmten Person zu, die Grunddienstbarkeit dagegen dem jeweiligen Eigentümer eines anderen Grundstücks. Der Nießbrauch erlaubt die vollständige wirtschaftliche Nutzung einschließlich Vermietung. Die Reallast verpflichtet nicht zur Duldung, sondern zu wiederkehrenden Leistungen aus dem Grundstück, etwa einer Geldrente.
Recht |
Rechtsgrundlage |
Berechtigter |
Inhalt |
Ende |
Beschränkte persönliche Dienstbarkeit |
§§ 1090 bis 1093 BGB |
Bestimmte Person oder Organisation |
Einzelne Nutzung oder Duldung, etwa Weg, Leitung, Wohnung |
Tod des Berechtigten, Verzicht, Zweckfortfall |
Grunddienstbarkeit |
§§ 1018 ff. BGB |
Jeweiliger Eigentümer des herrschenden Grundstücks |
Einzelne Nutzung oder Unterlassung zugunsten eines Nachbargrundstücks |
Geht mit dem Grundstück auf jeden neuen Eigentümer über |
Nießbrauch |
§§ 1030 ff. BGB |
Bestimmte Person |
Alle Nutzungen der Sache, auch Vermietung und Mieteinnahmen |
Tod des Berechtigten, Verzicht |
Reallast |
§§ 1105 ff. BGB |
Person oder jeweiliger Grundstückseigentümer |
Anspruch auf wiederkehrende Leistungen aus dem Grundstück |
Nach Vereinbarung |
Die Unterscheidung zur Grunddienstbarkeit entscheidet darüber, ob das Recht beim Eigentümerwechsel automatisch weiterläuft oder an eine Person gebunden bleibt. Beim Nießbrauch geht es um die wirtschaftliche Nutzung des gesamten Objekts, beim Wohnungsrecht nur um das Bewohnen eines Teils davon. Für Banken macht das einen erheblichen Unterschied, weil ein Nießbraucher Mieteinnahmen vereinnahmt, ein Wohnungsberechtigter dagegen selbst wohnt und der Eigentümer beides nicht kann.
Eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit ist immer dann wichtig, wenn jemand ein Grundstück dauerhaft nutzen muss, ohne Eigentümer zu sein oder werden zu können. Typisch sind Wohnungsrechte bei einer Immobilienübertragung in der Familie, Leitungsrechte von Versorgern und Standortrechte für technische Anlagen. Das Recht überdauert jeden Eigentümerwechsel.
Die beschränkte persönliche Dienstbarkeit sichert Personen, Unternehmen oder öffentlichen Stellen, die selbst keine Eigentümer des belasteten Grundstücks sind, bestimmte Rechte zu. Die Vereinbarung kann für bestimmte oder unbestimmte Zeit getroffen werden.
Sie ist immer dann wichtig, wenn sichergestellt werden soll, dass Dritte dauerhaft oder über einen bestimmten Zeitraum ihre eingetragenen Rechte ausüben dürfen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Wohnungsrecht. Damit wird sichergestellt, dass die eingetragene Person den jeweiligen Teil einer Immobilie bewohnen darf, unabhängig vom Besitzer. Das Wohnungsrecht gilt also auch weiter, wenn die Immobilie verkauft werden sollte.
Beschränkte persönliche Dienstbarkeiten stehen in Abteilung II des Grundbuchs. Dort trägt das Grundbuchamt alle Lasten und Beschränkungen eines Grundstücks ein. Ausgenommen sind Hypotheken und Grundschulden, die in Abteilung III stehen. Die laufende Nummer in Abteilung II bestimmt zugleich die Rangfolge.
Ein Eintrag in Abteilung II ist meist knapp formuliert, etwa „Wohnungsrecht für Erika Mustermann“ oder „Leitungsrecht für die Stadtwerke“. Was genau erlaubt ist, steht nicht im Grundbuch selbst, sondern in der Eintragungsbewilligung, auf die der Eintrag Bezug nimmt. Diese Urkunde liegt in der Grundakte beim Grundbuchamt.
Für eine Finanzierung reicht der Grundbuchauszug deshalb selten aus. Banken fordern regelmäßig die Bewilligungsurkunde an, weil sich erst daraus ergibt, ob ein Wohnungsrecht die ganze Wohnung oder nur zwei Zimmer erfasst, ob es befristet ist und ob der Berechtigte die Ausübung einem Dritten überlassen darf. Fordern Sie diese Unterlagen möglichst vor dem Notartermin an, nicht erst bei der Kreditprüfung.
Damit eine Dienstbarkeit entsteht, müssen sich Eigentümer und Berechtigter einigen, und das Recht muss ins Grundbuch eingetragen werden. Die Eintragungsbewilligung muss das Grundbuchamt mindestens notariell beglaubigt erhalten. Ist die Dienstbarkeit Teil eines Kaufvertrags, wird sie ohnehin mit diesem beurkundet.
Die Beteiligten können das Recht befristen oder unter eine auflösende Bedingung stellen, etwa auf den Zeitpunkt, zu dem der Berechtigte dauerhaft in ein Pflegeheim zieht. Solche Klauseln gehören in die Bewilligung und werden im Grundbuch vermerkt. Ohne eine solche Regelung läuft das Recht bis zum Tod des Berechtigten.
Übertragbar ist eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit nach § 1092 Abs. 1 BGB grundsätzlich nicht. Auch die Ausübung darf der Berechtigte nur dann einem anderen überlassen, wenn ihm das ausdrücklich gestattet wurde. Für Unternehmen gibt es zwei Ausnahmen: Bei einer Unternehmensübertragung kann das Recht mitgehen. Und seit dem 17. Oktober 2024 sind Dienstbarkeiten für bestimmte Infrastruktur- und Energieanlagen ausdrücklich übertragbar (§ 1092 Abs. 3 BGB).
Das Wohnungsrecht nach § 1093 BGB ist der praktisch wichtigste Fall der beschränkten persönlichen Dienstbarkeit. Der Berechtigte darf ein Gebäude oder einen Gebäudeteil unter Ausschluss des Eigentümers als Wohnung nutzen. Er darf Familienangehörige sowie Pflege- und Bedienungspersonal aufnehmen und gemeinschaftliche Einrichtungen wie Keller, Garten oder Treppenhaus mitbenutzen.
Vermieten darf der Wohnungsberechtigte grundsätzlich nicht. Das unterscheidet das Wohnungsrecht vom Nießbrauch und ist der Grund, warum ein Wohnungsrecht für die finanzierende Bank die unangenehmere Belastung ist. Es blockiert die Immobilie, ohne einen Ertrag zu erzeugen, aus dem sich eine Rate bedienen ließe. Nur wenn die Eintragungsbewilligung die Überlassung an Dritte ausdrücklich gestattet, kann der Berechtigte die Wohnung einem anderen überlassen.
Die laufenden Kosten trägt in der Praxis meist der Berechtigte, soweit die Bewilligung das vorsieht. Wer ein Wohnrecht einräumt oder übernimmt, sollte deshalb genau festhalten, wer Heizung, Strom, Grundsteuer und Instandhaltung zahlt. Fehlt diese Regelung, entsteht Streit meist erst Jahre später.
Ein Wohnungsrecht endet mit dem Tod des Berechtigten. Bei Ehepaaren wird es häufig für beide Partner eingetragen und erlischt dann erst mit dem Tod des zuletzt Verstorbenen.
Entscheidend sind vier Punkte. Erstens der genaue Inhalt des Rechts laut Eintragungsbewilligung. Zweitens seine Rangstelle im Grundbuch. Drittens die Frage, ob der Berechtigte zur Löschung oder zum Rangrücktritt bereit ist. Viertens die Kosten, die eine Ablösung auslöst. Klären Sie alle vier Punkte vor dem Notartermin.
Der Verkauf eines Grundstücks beendet eine eingetragene Dienstbarkeit nicht. Das Recht haftet am Grundstück, nicht am Eigentümer. Der Käufer übernimmt die Belastung mit dem Objekt und muss sie dulden, solange sie im Grundbuch steht. Das wirkt sich in den meisten Fällen auf den Kaufpreis aus und mindert den Wert des Objekts.
Wie stark die Minderung ausfällt, hängt vom Inhalt des Rechts ab. Ein Leitungsrecht am Grundstücksrand, das die Bebauung nicht behindert, kostet oft kaum etwas. Ein lebenslanges Wohnungsrecht an der Hauptwohnung kann den Wert dagegen um einen großen Teil drücken, weil das Objekt bis zum Tod des Berechtigten weder selbst genutzt noch vermietet werden kann.
Prüfen Sie deshalb vor der Beurkundung drei Punkte. Erstens, welche Rechte in Abteilung II stehen. Zweitens, was die Eintragungsbewilligung dazu im Einzelnen sagt. Drittens, ob der Verkäufer eine Löschung oder einen Rangrücktritt zugesagt hat und wer die Kosten dafür trägt.
Da sich die Eintragung auf den Wert des Grundstücks bzw. der Immobilie auswirken kann, kann sie ebenso Auswirkungen auf die Baufinanzierung haben. Ist die Dienstbarkeit sehr belastend und führt dazu, dass die Bank die Immobilie im Ernstfall nicht oder nur erschwert verkaufen kann, können die Konsequenzen eine Ablehnung des Antrags oder eine geringere Finanzierungssumme sein. Zu Problemen führt beispielsweise ein eingetragenes Wohnungsrecht, da sich die Immobilie nur sehr schwer bis nicht verkaufen lässt.
Eine Löschung der beschränkten persönlichen Dienstbarkeit aus dem Grundbuch ist grundsätzlich möglich. Allerdings muss der Berechtigte auf seine Rechte verzichten oder die Gründe, die zur Eintragung geführt haben, sind weggefallen. Dafür braucht es eine Erklärung des Berechtigten und die Löschung im Grundbuch.
Die Löschungsbewilligung muss notariell beglaubigt sein. Ist der Berechtigte verstorben, braucht es keine Bewilligung. Dann genügt ein Antrag auf Berichtigung des Grundbuchs zusammen mit der Sterbeurkunde. Das Grundbuchamt verlangt für die Löschung eines Rechts eine Gebühr von 25 Euro. Notarkosten für die Beglaubigung kommen hinzu.
Für gewöhnlich wird der Begünstigte aber kaum ohne Weiteres auf seine Rechte verzichten. Häufig ist dafür eine finanzielle Gegenleistung erforderlich. Deren Höhe orientiert sich meist am kapitalisierten Wert des Rechts, also am Mietwert des betroffenen Bereichs multipliziert mit der statistischen Restlebenserwartung des Berechtigten. Bei einem Wohnungsrecht für eine 70-jährige Person kommen so schnell fünfstellige Beträge zusammen.
Dies kann insbesondere für Neueigentümer schwierig sein, die ohnehin bereits mit erheblichen Kosten und den gestiegenen Bauzinsen kalkulieren müssen. Ein finanzieller Ausgleich in Form einer Abfindung kommt daher oftmals nicht infrage.
Mit einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit gehen auch Pflichten einher, die der Begünstigte berücksichtigen muss. So ist bspw. im Falle des Wohnungsrechts ein pfleglicher Umgang mit dem ihm überlassenen Teil der Immobilie zu erfüllen. Bei Wegerechten sind die Begünstigten dazu angehalten, die Zufahrten und Wege sachgemäß und ordentlich zu nutzen.
Banken bewerten eine Dienstbarkeit nicht pauschal, sondern über ihren Einfluss auf den Beleihungswert. Die Vorgaben für Bankgutachten verlangen, dass Dienstbarkeiten und andere Nutzungsbeschränkungen benannt und, wo nötig, wertmindernd berücksichtigt werden. Der Abschlag richtet sich danach, wie stark das Recht die Nutzung und die Verwertbarkeit einschränkt.
Der Beleihungswert ist der Wert, von dem die Bank dauerhaft ausgeht, unabhängig von der aktuellen Marktlage. Auf ihn wendet sie ihre Beleihungsgrenze an. Sinkt der Beleihungswert durch eine Dienstbarkeit, sinkt der darstellbare Darlehensbetrag im gleichen Zug. Bei gleichbleibendem Kaufpreis müssen Sie die Lücke mit Eigenkapital schließen.
In der Praxis lassen sich drei Gruppen unterscheiden:
Bei einem vorrangigen Wohnungsrecht rechnet der Gutachter typischerweise den Mietwert der betroffenen Fläche über die statistische Restlebenserwartung des Berechtigten hoch und zieht diesen Betrag vom Wert ab. Je jünger der Berechtigte, desto höher der Abzug. Genau deshalb ist das Lebensalter des Wohnungsberechtigten eine der ersten Fragen, die eine Bank stellt.
Die Rangstelle entscheidet darüber, ob eine Dienstbarkeit eine Zwangsversteigerung übersteht. Rechte, die vor der Grundschuld der Bank im Grundbuch stehen, bleiben bestehen und gehen auf den neuen Eigentümer über. Rechte, die danach eingetragen sind, erlöschen mit dem Zuschlag. Für die Bank ist das der entscheidende Punkt.
Steht die Dienstbarkeit im Nachrang, kann die Bank die Immobilie im Verwertungsfall lastenfrei versteigern lassen. Der Kreis möglicher Bieter bleibt groß, der erzielbare Erlös hoch. Steht sie dagegen im Vorrang, muss jeder Bieter das Recht mit übernehmen. Bei einem lebenslangen Wohnungsrecht schrumpft der Bieterkreis dann auf Investoren, die bereit sind, auf Jahre hinaus auf jede Nutzung zu verzichten.
Das übliche Mittel dagegen ist der Rangrücktritt. Der Berechtigte erklärt sich damit einverstanden, dass sein Recht hinter die neue Grundschuld zurücktritt. Die Erklärung muss notariell beglaubigt beim Grundbuchamt vorliegen und wird eingetragen. Das Recht bleibt inhaltlich unverändert bestehen, verliert im Verwertungsfall aber seinen Bestandsschutz.
Für die Praxis heißt das: Klären Sie die Frage des Rangrücktritts, bevor der Kaufvertrag beurkundet wird. Verweigert der Berechtigte die Erklärung, ändert sich die Finanzierung grundlegend. Viele Banken verlangen den Rangrücktritt als Auszahlungsvoraussetzung, sodass ohne ihn kein Geld fließt, obwohl der Kaufvertrag bereits bindend ist.
Bei Leitungs- und Duldungsrechten von Versorgern ist ein Rangrücktritt meist nicht durchsetzbar und auch nicht nötig. Diese Rechte stehen häufig seit Jahrzehnten an erster Rangstelle, und Banken akzeptieren sie, solange die Bebaubarkeit nicht leidet.
Ein Bergschadenverzicht ist eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit zugunsten eines Bergbauunternehmens. Der Eigentümer verzichtet damit ganz oder teilweise auf Ersatzansprüche für künftige Bergschäden. Für Banken ist das ein erhebliches Risiko, weil ein Schaden am Gebäude dann nicht ersetzt wird und die Sicherheit entwertet ist. Entsprechend hoch fallen die Abschläge aus.
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken empfiehlt seinen Mitgliedern dazu eine pauschale Staffel, die sich an der Verzichtsquote orientiert. Bei einem Verzicht auf 10 Prozent der Ansprüche wird ein Abschlag von 10 Prozent auf den Beleihungswert angesetzt, bei 50 Prozent entsprechend ein Abschlag von 50 Prozent. Bei einem vollständigen Verzicht ist eine normale Baufinanzierung nach dieser Empfehlung in der Regel nicht möglich. Die Empfehlung geht auf eine Ausarbeitung des Verbands aus dem Jahr 2013 zurück und steht weiterhin in seinen aktuellen Fragen und Antworten zur Beleihungswertermittlung. Sie ist eine Verbandsempfehlung und kein Gesetz.
Alternativ dürfen Institute den Werteinfluss individuell ermitteln. Dafür sprechen ein Baujahr ab 1985, weil das Bundesberggesetz seit 1982 bauliche Anpassungspflichten in Einwirkungsbereichen vorsieht, ein Grundstück in einem Stillstandsbereich ohne laufenden Abbau oder ein qualifiziertes Gutachten zur Schadenswahrscheinlichkeit.
Betroffen sind vor allem Grundstücke im Ruhrgebiet, im Saarland, im Aachener Revier und in Teilen Sachsens. Wenn Sie dort kaufen, lassen Sie den Grundbuchauszug vor dem Notartermin auf einen solchen Eintrag prüfen. Eine bergbaubedingte Ablehnung kommt in der Finanzierungspraxis sonst spät und trifft Käufer, die bereits gebunden sind.
Seit dem 17. Oktober 2024 sind beschränkte persönliche Dienstbarkeiten für bestimmte Anlagen übertragbar, wenn sie einer juristischen Person oder rechtsfähigen Personengesellschaft zustehen. § 1092 Abs. 3 BGB nennt unter anderem Anlagen zur Nutzung von Wasserkraft, Windenergie, solarer Strahlungsenergie, Geothermie und Biomasse sowie Leitungs-, Telekommunikations- und Bahnanlagen.
Vor dieser Änderung mussten Projektgesellschaften bei jedem Betreiberwechsel neue Dienstbarkeiten bestellen und dafür die Zustimmung jedes Grundstückseigentümers einholen. Für Käufer eines belasteten Grundstücks bedeutet die Neuregelung, dass der Berechtigte wechseln kann, ohne dass sie gefragt werden. Die Regelung gilt nur für Dienstbarkeiten, die ab dem 17. Oktober 2024 bestellt wurden. Ältere Rechte bleiben nicht übertragbar.
Für die Finanzierung eines Wohnhauses sind solche Rechte meist unkritisch, solange sie eine Teilfläche betreffen und die Bebauung nicht einschränken. Kritisch wird es, wenn eine Dienstbarkeit Bauverbotszonen, Rotorüberstreichungsrechte oder Zuwegungen über den Hof festschreibt. Wichtig zu wissen: Die Neuregelung erfasst nicht jede Nutzung, die zu einem Wind- oder Solarpark gehört, Batteriespeicher etwa sind nicht ausdrücklich genannt. Solche Rechte können beim Betreiberwechsel beim bisherigen Berechtigten bleiben. Lassen Sie sich die Eintragungsbewilligung deshalb vor dem Kauf genau erklären.
Eine Finanzierung ist möglich, hängt aber von Art, Inhalt und Rangstelle des Rechts ab. Leitungs- und Duldungsrechte akzeptieren nahezu alle Banken. Bei einem vorrangigen Wohnungsrecht oder einem Bergschadenverzicht sinkt der Kreis der Kreditgeber deutlich, und Sie müssen mit einem niedrigeren Darlehensbetrag oder höherem Eigenkapitalanteil rechnen.
Das Bestehen einer Dienstbarkeit kann negative Auswirkungen auf eine Immobilie oder ein Grundstück haben. Mitunter sinkt der finanzielle Wert des Objekts. Auch für Banken sind solche Objekte eher problematisch, da sie sich bei Ratenrückständen schlecht oder nicht veräußern lassen. Insbesondere, wenn ein Wohnungsrecht besteht.
Drei Wege führen in der Praxis zum Ziel. Der Berechtigte erklärt einen Rangrücktritt, sodass die Grundschuld vorgeht. Der Verkäufer lässt das Recht vor der Beurkundung löschen und trägt die Ablösekosten. Oder Sie finanzieren das Objekt mit dem Recht und gleichen den geringeren Beleihungswert über Eigenkapital aus.
Was Sie dafür bereithalten sollten, ist schnell aufgezählt:
Eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit erschwert es Neueigentümern somit, eine Immobilienfinanzierung zu erhalten. Dennoch findet sich für viele belastete Objekte ein passender Kreditgeber. Unsere Baufin-Experten arbeiten mit mehr als 450 Partnerbanken zusammen und prüfen für Sie, welche davon die konkrete Belastung annimmt. Ob und zu welchen Konditionen eine Finanzierung zustande kommt, hängt vom Einzelfall ab. Wir werden im Erfolgsfall über eine Courtage der finanzierenden Bank vergütet, für Sie entstehen keine gesonderten Beratungskosten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und lassen Sie sich beraten.
Sie ist ein im Grundbuch eingetragenes Nutzungsrecht an einem fremden Grundstück, das einer bestimmten Person oder einem bestimmten Unternehmen zusteht. Der Eigentümer bleibt Eigentümer, muss die Nutzung aber dulden. Geregelt ist das in den §§ 1090 bis 1093 BGB. Typische Fälle sind Wohnungsrechte, Wegerechte und Leitungsrechte.
In Abteilung II. Dort trägt das Grundbuchamt alle Lasten und Beschränkungen eines Grundstücks ein, mit Ausnahme von Hypotheken und Grundschulden, die in Abteilung III stehen. Der Eintrag selbst ist kurz. Der genaue Inhalt des Rechts ergibt sich aus der Eintragungsbewilligung in der Grundakte.
Die beschränkte persönliche Dienstbarkeit steht einer bestimmten Person oder Organisation zu und erlischt mit deren Tod oder Erlöschen. Die Grunddienstbarkeit nach §§ 1018 ff. BGB steht dagegen dem jeweiligen Eigentümer eines anderen Grundstücks zu und geht bei jedem Verkauf automatisch auf den neuen Eigentümer über.
Nicht zwangsläufig. Leitungs- und Duldungsrechte akzeptieren die meisten Banken ohne oder mit geringem Abschlag. Ein vorrangiges Wohnungsrecht oder ein Bergschadenverzicht mindert den Beleihungswert dagegen erheblich und führt zu einem niedrigeren Darlehensbetrag oder zur Ablehnung. Entscheidend sind Inhalt und Rangstelle des Eintrags.
Der Berechtigte muss verzichten und eine öffentlich beglaubigte Löschungsbewilligung erteilen, die das Grundbuchamt einträgt. Ist er verstorben, genügt ein Antrag auf Grundbuchberichtigung mit der Sterbeurkunde. Das Grundbuchamt berechnet 25 Euro je gelöschtem Recht. Notarkosten und eine mögliche Abfindung an den Berechtigten kommen hinzu.
Die Höhe richtet sich nach dem kapitalisierten Wert des Rechts. Grundlage ist der Mietwert der betroffenen Fläche, hochgerechnet auf die statistische Restlebenserwartung des Berechtigten. Bei einer jüngeren Person und einer großen Wohnfläche entstehen schnell hohe fünfstellige Beträge. Einen gesetzlichen Anspruch auf Ablösung gibt es nicht.
Björn Schehr
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Stand: 18. Oktober 2026
4,01 %
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2 % anfängliche Tilgung
1.252,08 € monatliche Rate
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