
Susanne Knofe
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Expertin für Baufinanzierung
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Stand: 12. März 2026
Ein Bausparvertrag ist ein Vertrag mit einer Bausparkasse, bei dem zunächst Guthaben angespart wird. Mit Erreichen der vertraglichen Voraussetzungen kann anschließend ein Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden.
Die vereinbarte Bausparsumme setzt sich aus dem angesparten Guthaben und dem später möglichen Darlehen zusammen. Typisch ist also nicht nur das Sparen, sondern die Kombination aus Eigenkapitalaufbau und gesichertem Darlehenszugang.
Das Grundprinzip ist einfach: Wer regelmäßig einzahlt, erwirbt das Recht auf ein späteres Darlehen zu vorab festgelegten Konditionen. Genau darin liegt der eigentliche Zweck des Bausparens.
Zusammenfassung: Bausparen lohnt sich, wenn die Sparer vorhaben, ein Bauspardarlehen mit niedrigen Zinsen für ihren Hauskauf zu nutzen. Es lohnt sich jedoch nicht als reines Sparmodell, da die Verzinsung zu gering und die Gebühr zu hoch ist.
Ein Bausparvertrag ist vor allem dann sinnvoll, wenn er später als Finanzierungsbaustein genutzt werden soll. Er kann helfen, einen Teil des Eigenkapitals aufzubauen und sich gleichzeitig feste Darlehenskonditionen für die Zukunft zu sichern.
Gerade wenn Bauzinsen am Markt höher liegen oder künftig nicht sicher planbar sind, kann diese Zinssicherheit interessant sein. Für 2026 erwartet man bei langen Laufzeiten Bauzinsen von etwa 3,9 bis 4,5 Prozent und hält einen Rückgang unter 3 Prozent für eher unwahrscheinlich. Das ist keine allgemeine Marktgarantie, zeigt aber, warum Zinssicherung für viele wieder ein Thema ist.
Ein Bausparvertrag ist dagegen meist weniger sinnvoll, wenn lediglich Geld geparkt werden soll. Die Guthabenverzinsung ist oft niedrig. Bei aktuellen Tarifen liegen Sparzinsen teils nur im Bereich von rund 0,45 Prozent, während zugleich Abschlussgebühren anfallen können.
Bausparen lohnt sich vor allem in drei Konstellationen.
Als reines Sparmodell ist ein Bausparvertrag häufig nur eingeschränkt sinnvoll. Der Grund liegt in der Kombination aus niedriger Guthabenverzinsung und den Vertragskosten.
Aktuelle Beispiele am Markt zeigen, dass Guthabenzinsen oft nur gering ausfallen. Gleichzeitig fällt bei vielen Tarifen eine Abschlussgebühr an. Dadurch ist die Rendite im Vergleich zu anderen Sparformen häufig begrenzt.
Etwas anders kann die Bewertung ausfallen, wenn staatliche Förderungen hinzukommen. Dann kann sich das Gesamtbild verbessern. Trotzdem bleibt entscheidend, ob der Vertrag zum eigenen Finanzierungsziel passt.
Staatliche Förderungen können einen Bausparvertrag attraktiver machen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Besonders relevant sind die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage.
Die Wohnungsbauprämie wird auf förderfähige eigene Einzahlungen gewährt. Nach Finanztip liegt die maximale Förderung bei Einzahlungen bis 700 Euro pro Jahr pro Person, bei Paaren bis 1.400 Euro.
Bei der Arbeitnehmersparzulage gelten seit der Anhebung deutlich höhere Einkommensgrenzen. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen. Anspruch besteht grundsätzlich bis 40.000 Euro bei Ledigen und bis 80.000 Euro bei zusammenveranlagten Ehegatten oder Lebenspartnern.
Förderungen verbessern den Vertrag also nicht automatisch, können aber ein wesentlicher Teil der Kalkulation sein. Ohne diese Förderung fällt die Wirtschaftlichkeit oft nüchterner aus.
Das kann sinnvoll sein. Nach dem Kauf entstehen regelmäßig Ausgaben für Instandhaltung, energetische Verbesserungen oder Modernisierungen. Gerade wenn diese nicht sofort, sondern erst in einigen Jahren anstehen, kann ein Bausparvertrag planbare Mittel bereitstellen.
Das gilt vor allem dann, wenn kein großes freies Kapital für spätere Maßnahmen vorhanden ist. Dann kann Bausparen dabei helfen, kleinere bis mittlere Modernisierungsvorhaben strukturiert vorzubereiten.
Allerdings sollte auch hier geprüft werden, ob ein klassischer Kredit, vorhandene Rücklagen oder Förderprogramme wirtschaftlich besser passen. Ein Bausparvertrag ist nur eine von mehreren Möglichkeiten.
Ein Bausparvertrag kann für die Anschlussfinanzierung sinnvoll sein, wenn die Restschuld in einigen Jahren planbar abgesichert werden soll. Dann dient er nicht dem erstmaligen Immobilienkauf, sondern der späteren Ablösung eines Teils der Restschuld.
Bausparkassen stellen genau diesen Anwendungsfall als Vorsorgemodell dar: Guthaben wird aufgebaut, später kann das Bauspardarlehen genutzt werden, um einen Teil der Anschlussfinanzierung abzudecken.
Ob das wirtschaftlich passt, hängt aber vom Zeitpunkt, von den Kosten des Vertrags und von der erwarteten Restschuld ab. Nicht jeder Fall profitiert automatisch davon.
Ein Bausparvertrag hat vor allem drei typische Nachteile:
Ein Bausparvertrag kann bei der Hausfinanzierung sinnvoll sein, wenn er Teil einer klaren Strategie ist. Das gilt insbesondere dann, wenn später ein Bauspardarlehen genutzt werden soll, eine Modernisierung vorbereitet wird oder eine Restschuld in der Anschlussfinanzierung abgesichert werden soll.
Weniger überzeugend ist er meist als reiner Sparvertrag. Niedrige Guthabenzinsen und Vertragskosten sprechen in vielen Fällen dagegen.
Entscheidend ist deshalb nicht die allgemeine Frage, ob Bausparen gut oder schlecht ist. Entscheidend ist, ob der Vertrag zum konkreten Zeitplan, zur späteren Finanzierung und zur eigenen Förderfähigkeit passt.

Susanne Knofe
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Stand: 12. März 2026
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