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Was sind die Vor- und Nachteile eines Bausparvertrags?

susanne-knofe Baufin-Experte

Susanne Knofe

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Expertin für Baufinanzierung

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Stand: 28. Dezember 2025

Das Wichtigste in Kürze

    • Wer einen Bausparvertrag abschließen möchte, muss alle Vor- und Nachteile abwägen.
    • Bausparen bietet die Möglichkeit, frühzeitig Eigenkapital anzusparen und sich über einen langen Zeitraum günstige Zinsen zu sichern.
    • Dem gegenüber stehen aber auch Nachteile: Ein Bausparvertrag ist schlecht verzinst und das günstige Darlehen ist erst verfügbar, wenn das Mindestguthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht ist.
    • Ob sich Bausparen lohnt, muss individuell und abhängig von den eigenen Wünschen und Zielen entschieden werden.
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Ein Bausparvertrag kombiniert eine Sparphase mit der späteren Option auf ein fest verzinstes Darlehen.
Er wird häufig als Instrument zur langfristigen Vorbereitung auf wohnwirtschaftliche Maßnahmen genutzt.

Ob ein Bausparvertrag sinnvoll ist, hängt stark von Zeitpunkt, Zielsetzung und Vertragskonditionen ab.
Eine pauschale Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das aus einer Sparphase und einer Darlehensphase besteht.
Ziel ist es, Eigenkapital aufzubauen und sich gleichzeitig ein Darlehen zu vorab festgelegten Konditionen zu sichern.

Zu Beginn wird eine sogenannte Bausparsumme vereinbart.
Diese setzt sich aus dem angesparten Guthaben und dem späteren Bauspardarlehen zusammen.

Das Bauspardarlehen darf ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden.
Dazu zählen unter anderem Kauf, Bau, Renovierung oder Sanierung von Wohnimmobilien.



Beispielhafte Struktur:

Eigenkapital          40.000 Euro

Bauspardarlehen 60.000 Euro

Bausparsumme    100.000 Euro

Wie funktioniert Bausparen in der Praxis?

Ein Bausparvertrag gliedert sich in zwei Phasen.
In der Ansparphase zahlen die Sparer regelmäßig Beiträge auf ihr Bausparkonto ein.

Die Ansparphase dauert in der Regel sieben bis zehn Jahre.
Während dieser Zeit wird das notwendige Mindestguthaben aufgebaut.

Sobald dieses erreicht ist und weitere Kriterien erfüllt sind, wird der Vertrag zuteilungsreif.
Erst dann besteht ein Anspruch auf das Bauspardarlehen.

In der Darlehensphase wird das zuvor vereinbarte Darlehen ausgezahlt.
Die Zinssätze stehen bereits bei Vertragsabschluss fest.

Welche Vorteile hat ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag bietet planbare Rahmenbedingungen für zukünftige Finanzierungen.
Besonders relevant ist dabei die langfristige Zinssicherung.

  • Flexible Sparphase

    Die Höhe der Sparraten ist innerhalb bestimmter Grenzen anpassbar. Zusätzliche Einzahlungen oder Sonderzahlungen sind häufig möglich. Bei finanziellen Engpässen lassen sich Raten oft vorübergehend aussetzen. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Bausparkasse.

  • Staatliche Förderungen

    Bausparen kann unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden. Dazu zählen Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage oder vermögenswirksame Leistungen. Auch eine Nutzung im Rahmen der Riesterförderung ist möglich. Welche Förderung sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Familienstand und Zielsetzung ab.

  • Zinssicherheit

    Der Darlehenszins wird bereits beim Vertragsabschluss festgelegt. Steigen die Bauzinsen später, bleibt der vereinbarte Zinssatz bestehen. Dieser Effekt war insbesondere in Niedrigzinsphasen relevant. Ob sich dieser Vorteil künftig realisiert, hängt von der Zinsentwicklung ab.

  • Verfügbarkeit des Guthabens

    Das angesparte Guthaben kann grundsätzlich auch ohne Immobilienerwerb ausgezahlt werden. Dies gilt jedoch nicht für das Bauspardarlehen. Bei zweckfremder Verwendung können Förderungen entfallen. Eine vorherige Prüfung ist daher wichtig.

Welche Nachteile hat ein Bausparvertrag?

Neben den Vorteilen gibt es strukturelle Nachteile, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten. Diese betreffen vor allem Kosten, Flexibilität und Rendite.

  • Abschluss und laufende Kosten

    Beim Abschluss fällt in der Regel eine Abschlussgebühr an. Diese liegt häufig bei rund 1,6 Prozent der Bausparsumme. Die Gebühr wird unabhängig vom tatsächlichen Darlehensabruf erhoben. Gerade zu Beginn wirkt sich dies deutlich auf das Guthaben aus.

  • Geringe Guthabenzinsen

    Die Verzinsung des angesparten Guthabens ist meist niedrig. In Kombination mit den Abschlusskosten ergibt sich oft eine geringe Rendite. Als reines Spar- oder Anlageprodukt ist der Bausparvertrag daher eingeschränkt geeignet. Alternative Sparformen können hier wirtschaftlicher sein.

  • Begrenzte Darlehenshöhe

    Bauspardarlehen bewegen sich häufig zwischen 20.000 und 100.000 Euro. Für einen vollständigen Immobilienkauf reicht diese Summe in der Regel nicht aus. Oft ist eine zusätzliche Immobilienfinanzierung notwendig. Der Bausparvertrag fungiert dann lediglich als Baustein.

  • Ungewisser Zuteilungszeitpunkt

    Der genaue Zeitpunkt der Zuteilung lässt sich bei Vertragsabschluss nicht exakt bestimmen. Neben dem Mindestguthaben spielen weitere interne Faktoren eine Rolle. Auch bei Erreichen der erforderlichen Sparquote kann sich die Zuteilung verzögern. Das kann problematisch sein, wenn kurzfristig eine Kauf- oder Bauentscheidung ansteht.

Für wen kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein?

Ein Bausparvertrag kann sinnvoll sein, wenn langfristig und planbar Wohnkosten finanziert werden sollen.
Insbesondere bei frühzeitiger Planung kann die Zinssicherung ein Argument sein.

Weniger geeignet ist der Vertrag bei kurzfristigem Immobilienerwerb oder als reines Sparprodukt.
Hier überwiegen häufig die Nachteile.

Die Eignung hängt stark vom Vertragsmodell und der individuellen Situation ab.
Eine isolierte Betrachtung des Produkts reicht nicht aus.

Lohnt sich ein Bausparvertrag insgesamt?

Ob sich ein Bausparvertrag lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Vorteile wie Zinssicherheit stehen Nachteilen wie Kosten und eingeschränkter Flexibilität gegenüber.

Entscheidend sind Zinsumfeld, Sparhorizont und Finanzierungsziel.
Auch alternative Finanzierungsformen sollten in den Vergleich einbezogen werden.

Eine sachliche Prüfung aller Optionen ist sinnvoll.
Eine Beratung kann helfen, den Bausparvertrag richtig einzuordnen.

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Susanne Knofe

|

Stand: 28. Dezember 2025

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