
Susanne Knofe
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Expertin für Baufinanzierung
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Stand: 28. Dezember 2025
Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das aus einer Sparphase und einer Darlehensphase besteht.
Ziel ist es, Eigenkapital aufzubauen und sich gleichzeitig ein Darlehen zu vorab festgelegten Konditionen zu sichern.
Zu Beginn wird eine sogenannte Bausparsumme vereinbart.
Diese setzt sich aus dem angesparten Guthaben und dem späteren Bauspardarlehen zusammen.
Das Bauspardarlehen darf ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden.
Dazu zählen unter anderem Kauf, Bau, Renovierung oder Sanierung von Wohnimmobilien.
Eigenkapital 40.000 Euro
Bauspardarlehen 60.000 Euro
Bausparsumme 100.000 Euro
Die Höhe der Sparraten ist innerhalb bestimmter Grenzen anpassbar. Zusätzliche Einzahlungen oder Sonderzahlungen sind häufig möglich. Bei finanziellen Engpässen lassen sich Raten oft vorübergehend aussetzen. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Bausparkasse.
Bausparen kann unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden. Dazu zählen Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage oder vermögenswirksame Leistungen. Auch eine Nutzung im Rahmen der Riesterförderung ist möglich. Welche Förderung sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Familienstand und Zielsetzung ab.
Der Darlehenszins wird bereits beim Vertragsabschluss festgelegt. Steigen die Bauzinsen später, bleibt der vereinbarte Zinssatz bestehen. Dieser Effekt war insbesondere in Niedrigzinsphasen relevant. Ob sich dieser Vorteil künftig realisiert, hängt von der Zinsentwicklung ab.
Das angesparte Guthaben kann grundsätzlich auch ohne Immobilienerwerb ausgezahlt werden. Dies gilt jedoch nicht für das Bauspardarlehen. Bei zweckfremder Verwendung können Förderungen entfallen. Eine vorherige Prüfung ist daher wichtig.
Neben den Vorteilen gibt es strukturelle Nachteile, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten. Diese betreffen vor allem Kosten, Flexibilität und Rendite.
Beim Abschluss fällt in der Regel eine Abschlussgebühr an. Diese liegt häufig bei rund 1,6 Prozent der Bausparsumme. Die Gebühr wird unabhängig vom tatsächlichen Darlehensabruf erhoben. Gerade zu Beginn wirkt sich dies deutlich auf das Guthaben aus.
Die Verzinsung des angesparten Guthabens ist meist niedrig. In Kombination mit den Abschlusskosten ergibt sich oft eine geringe Rendite. Als reines Spar- oder Anlageprodukt ist der Bausparvertrag daher eingeschränkt geeignet. Alternative Sparformen können hier wirtschaftlicher sein.
Bauspardarlehen bewegen sich häufig zwischen 20.000 und 100.000 Euro. Für einen vollständigen Immobilienkauf reicht diese Summe in der Regel nicht aus. Oft ist eine zusätzliche Immobilienfinanzierung notwendig. Der Bausparvertrag fungiert dann lediglich als Baustein.
Der genaue Zeitpunkt der Zuteilung lässt sich bei Vertragsabschluss nicht exakt bestimmen. Neben dem Mindestguthaben spielen weitere interne Faktoren eine Rolle. Auch bei Erreichen der erforderlichen Sparquote kann sich die Zuteilung verzögern. Das kann problematisch sein, wenn kurzfristig eine Kauf- oder Bauentscheidung ansteht.

Susanne Knofe
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Stand: 28. Dezember 2025
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