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Was sind die Vor- und Nachteile eines Bausparvertrags?

susanne-knofe Baufin-Experte

Susanne Knofe

|

Expertin für Baufinanzierung

|

Stand: 5. Juli 2023

Das Wichtigste in Kürze

    • Wer einen Bausparvertrag abschließen möchte, muss alle Vor- und Nachteile abwägen.
    • Bausparen bietet die Möglichkeit, frühzeitig Eigenkapital anzusparen und sich über einen langen Zeitraum günstige Zinsen zu sichern.
    • Dem gegenüber stehen aber auch Nachteile: Ein Bausparvertrag ist schlecht verzinst und das günstige Darlehen ist erst verfügbar, wenn das Mindestguthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht ist.
    • Ob sich Bausparen lohnt, muss individuell und abhängig von den eigenen Wünschen und Zielen entschieden werden.
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Ein Bausparvertrag kombiniert langfristiges Sparen mit der Zusage auf ein zinsgünstiges Darlehen für die Zukunft. Gerade jungen Leuten werden Bausparverträge gerne empfohlen, um Kapital für ihr zukünftiges Eigenheim aufzubauen. Doch wie sinnvoll sind diese Verträge wirklich und was sind die Vorteile und Nachteile eines Bausparvertrags?

Was ist Bausparen überhaupt?

Beim Abschluss eines Bausparvertrages wird eine bestimmte Bausparsumme vereinbart. Diese setzt sich aus einem vom Anleger selbst angesparten Anteil (Eigenkapital) und einem Bauspardarlehen zusammen. Ein Beispiel:

Eigenkapital          40.000 Euro

Bauspardarlehen 60.000 Euro

Bausparsumme    100.000 Euro

Um das Bauspardarlehen zu erhalten und damit die vereinbarte Bausparsumme zu erreichen, muss der Anleger eine Mindestsumme angespart haben. Meist sind das 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme. Sobald diese Summe durch regelmäßige Beiträge angespart wurde und weitere Kriterien erfüllt sind, ist der Bausparvertrag zuteilungsreif. Ab diesem Zeitpunkt können die Anleger die Zuteilung des Bauspardarlehen erhalten.

Ein Bausparvertrag teilt sich in zwei Phasen auf. In der ersten Phase sparen die Anleger regelmäßig Geld, meist in monatlichen Intervallen. Das Kapital wird auf ihrem Bausparkonto gesammelt. Diese Phase dauert in der Regel zwischen sieben und zehn Jahre.
In der zweiten Phase erfolgt dann der Bezug des Darlehens. Die Konditionen für das Bauspardarlehen werden bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Entscheidend ist, dass die Darlehenssumme nur für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden darf; also für den Hausbau, Hauskauf oder Renovierung/Sanierung eines Eigenheims.

Bausparvertrag: Das sind die Vor- und Nachteile

Bausparen soll sich vor allem für junge Leute lohnen. Durch monatliche Sparraten legen sie nicht nur Eigenkapital zurück, sie erwerben außerdem das Recht auf ein Bauspardarlehen. Allerdings hat der Bausparvertrag auch Nachteile, die neben den Vorteilen Beachtung finden müssen.

Vorteile des Bausparvertrags

  • Günstige Zinsen sichern

    Das Hauptargument für einen Bausparvertrag ist die Zinsbindung; wer in Zeiten eines Zinstiefs mit dem Bausparen beginnt, sichert sich über Jahre die günstigen Konditionen für sein späteres Bauspardarlehen. Das hat sich vor allem in den letzten Jahren gelohnt, als die Bauzinsen teils bei unter einem Prozent lagen. Denn einmal vereinbarte Zinsen ändern sich nicht, auch wenn das Darlehen erst in sieben oder zehn Jahren beansprucht wird und die allgemeinen Bauzinsen zwischenzeitlich gestiegen sind.

  • Flexible Raten
    In der Ansparphase entscheiden die Bausparer selbst, welchen Betrag sie sparen möchten. Sie können ihre Raten auch erhöhen, um schneller das Mindestguthaben zu erreichen. Die meisten Bausparkassen bieten zudem die Option, zusätzliche Sondertilgungen zu leisten. Auch ist es kein Problem, einmal eine Rate auszusetzen.

  • Staatliche Förderung
    Bausparen wird staatlich gefördert. Das kann in Form der Arbeitnehmersparzulage, der Wohnungsbauprämie, durch die Riester-Förderung oder Vermögenswirksame Leistungen geschehen. Welche Förderung geeignet ist, hängt aber von den eigenen Zielen ab. Bei der Wohnungsbauprämie, VWL und der Arbeitnehmersparzulage empfiehlt es sich, eine Bausparsumme unter 20.000 Euro zu wählen. Der Vertrag sollte außerdem zwischen sieben und zehn Jahren zuteilungsreif werden.

    Beim Riestern unterstützt der Staat die Sparer mit Zulagen – sowohl für sie selbst als auch für ihre kindergeldberechtigten Kinder. Das lohnt sich vor allem für junge Familien, die in der Zukunft Eigentum erwerben möchten.

  • Freie Verwendung des Guthabens
    Das angesparte Guthaben kann grundsätzlich frei verwendet werden und muss nicht zwangsweise in Wohneigentum fließen. Wird der Vertrag nach sieben Jahren zuteilungsreif und die Sparer möchten doch kein Eigenheim erwerben, können sie ihr angespartes Geld auch für ein neues Auto oder einen Urlaub verwenden. Dies gilt aber nicht für das Bauspardarlehen.
    Doch Vorsicht: Wer staatliche Förderungen nutzt, kann diese unter Umständen bei einer zweckfremden Verwendung verlieren.

Nachteile des Bausparvertrags

  • Häufig hohe Kosten
    Die Bausparkassen erheben eine Abschlussgebühr, die ein erheblicher Nachteil des Bausparvertrags ist. Denn die Gebühr liegt in der Regel bei 1,6 Prozent der Bausparsumme. Und diese Kosten schmälern das Guthaben deutlich. Gerade in den ersten Monaten, wenn die ersten Raten fließen, befindet sich das Guthabenkonto noch im Minus, da erst die Gebühren abgezogen werden.

  • Geringe Guthaben-Zinsen
    Wer einen Bausparvertrag nur zum Sparen und nicht mit dem Ziel, Eigentum zu erwerben, abschließt, sollte andere Altersvorsorgeprodukte wählen. Denn die Zinsen sind beim Bausparen verhältnismäßig gering, sodass in Kombination mit den hohen Abschlusskosten wenig Rendite bleibt. Als Altersvorsorge bzw. reiner Sparvertrag ist das Bausparen nicht ratsam.

  • Nicht für hohe Summen geeignet
    Bauspardarlehen sind überschaubar und liegen meist zwischen 20.000 und 100.000 Euro. Eine Summe, die für den Erwerb von Eigentum nicht ausreicht. Sparer müssen also zusätzlich zu ihrem Bauspardarlehen noch eine weitere Immobilienfinanzierung abschließen, um sich den Wunsch von den eigenen Vier Wänden zu erfüllen.

  • Mindestguthaben muss erst erreicht werden
    Bevor ein Bausparvertrag zuteilungsreif wird und das Bauspardarlehen zur Verfügung steht, muss erst das Mindestguthaben erreicht werden. Je nach Höhe der Bausparsumme kann es lange dauern, bis die 40 bis 50 Prozent der Gesamtsumme angespart wurde. Gerade bei längeren Zahlungsausfällen kann sich die Zuteilung erheblich verzögern. Nachteilig ist auch, dass das Darlehen unter Umständen nicht bereitsteht, wenn sich bereits früher als geplant die Chance auf Eigentum bietet.

Neben dem Mindestguthaben spielen weitere Faktoren bei der Zuteilung von Bausparverträgen eine Rolle. Auch solche, die nicht von den Sparern beeinflusst werden können. So kann es passieren, dass 50 Prozent der Bausparsumme zwar angespart wurden, das Darlehen in diesem Jahr aber dennoch nicht zur Verfügung steht.

 Weitere Nachteile des Bausparvertrags:

  • Zeitpunkt der Zuteilung lässt sich bei Vertragsabschluss nicht exakt benennen

  • Spontaner Erwerb von Eigentum ist nicht möglich – Finanzierung oder Kauf muss kalkuliert sein

  • Bausparkassen können zuteilungsreife Verträge kündigen, auch wenn die Sparer noch kein Eigentum kaufen möchten

Lohnt sich der Bausparvertrag im Hinblick auf die Vor- und Nachteile?

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob ein Bausparer nun lohnenswert ist oder nicht. Denn das ist immer abhängig von den Sparern, ihren Zielen und nicht zuletzt den Angeboten der Bausparkassen. Während eines Zinstiefs bietet der Bausparvertrag den erheblichen Vorteil, dass sich die günstigen Konditionen für mindestens sieben Jahre sichern lassen. Dem gegenüber stehen aber Nachteile wie hohe Kosten, fehlende Flexibilität beim Immobilienerwerb und die niedrige Verzinsung.

Wer einen Bausparvertrag abschließen möchte, muss alle Vor- und Nachteile gut abwägen. Nur so kann entschieden werden, ob sich das Bausparen lohnt. Unsere Experten sind Ihnen gerne behilflich und beantworten nicht nur alle Ihre Fragen rund um den Bausparvertrag; wir helfen Ihnen auch dabei, die optimale Baufinanzierung für Ihr zukünftiges Eigenheim zu finden. Vereinbaren Sie dazu jetzt hier einen Termin mit uns.

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Susanne Knofe

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Stand: 5. Juli 2023

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