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KfW-Förderung Stopp - Was kann ich machen?

susanne-knofe

Susanne Knofe

|

Expertin für Baufinanzierung

|

Stand: 03.02.22

Das Wichtigste zum KfW-Förderung Stopp im Überblick

  • Zum 24. Januar spricht der Bund einen Stopp für die KfW-Förderung energieeffizienter Häuser aus.

  • Betroffen ist vor allem die Neubauförderung des Effizienzhauses/Effizienzgebäudes 55 (EH55) sowie die Förderungen für Sanierungen und die Neubauförderungen für die Energieeffizienzklasse 40.

  • Grund dafür ist nach Aussage der Regierung, dass die Fördermittel ausgeschöpft sind und kein Kapital mehr zur Verfügung steht. Zudem sollen zukünftig Maßnahmen mit einem höheren Einsparpotenzial an CO2 gefördert werden.

  • Betroffene sollten Alternativen prüfen: Sowohl die Bundesländer wie auch die BAFA stellen weiterhin Förderprogramme für energieeffizientes und ökologisches Bauen bereit.

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Die KfW-Bank stoppt ihre Förderung energieeffizienter Häuser. Rund 4.000 Anträge sind davon betroffen, Tausende Bauherren sind verunsichert, wie es nun weitergeht. Was hat der Stopp der Neubauförderung des Effizienzhauses / Effizienzgebäudes 55 (EH55) zu bedeuten und was können Betroffene tun?

Warum wird die KfW-Förderung gestoppt?

Rund 24.000 offene Anträge, davon 4.000 private Bauherren sind von dem plötzlichen Stopp der KfW-Förderung betroffen.  Der Grund dafür sind die erschöpften Fördermittel. Anfang des Jahres bewilligte Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen und Bundesvorsitzender der Freien Demokratischen Partei, rund fünf Milliarden Euro für die Haushaltsführung. Seitens der Regierung heißt es, dass jedoch im Januar eine „enorme Antragsflut heranrollte“, wodurch die zur Verfügung gestellten Mittel bereits vorzeitig ausgeschöpft wurden, was eine vorgezogene Beendigung des Programms notwendig machte.

 

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung Fördermittel zukünftig anders einsetzen möchte. Nach einer Aussage von Minister Habeck sind KfW-55-Häuser bereits jetzt Standard und müssen daher nicht weiter gefördert werden. Die Regierung ziele darauf ab, Förderungen dahin kommen zu lassen, wo sie auch wirklich für den Klimaschutz benötigt werden. Möglich ist, dass zukünftig vor allem energetische Sanierungen gefördert werden sollen.

Welche KfW-Förderungen sind betroffen?

Gestoppt wurde die KfW Neubauförderung des Effizienzhauses/Effizienzgebäudes 55 (EH55). Betroffen sind somit Neubauten, die maximal 55 Prozent der Energie eines vergleichbaren Standardhauses benötigen. Sie erhalten per sofort keine Tilgungs- und Direktzuschüsse mehr. Aufgrund des ausgeschöpften Kapitals sind zudem vorläufig die Förderungen für Sanierungen sowie die Neubauförderungen für die Energieeffizienzklasse 40 gestoppt.

 

Das Programm EH55 wäre zum Monatsende sowieso ausgelaufen, da die Bundesregierung die Voraussetzungen für die energieeffizienten Gebäude im vergangenen Jahr verschärfte. Doch wurde mit der früheren Beendigung der Förderung die Frist verkürzt.

Was passiert mit Anträgen die noch nicht genehmigt worden sind?

Die Förderung von Neubauten mit dem KfW-Energieeffizienzstandart 55 wird ab dem 24. Januar sofort und endgültig eingestellt. Ab diesem Zeitpunkt werden keine neuen Anträge mehr angenommen. Derzeit ist jedoch noch unklar, was mit den bereits eingereichten Anträgen geschieht. Denn die Regierung hat deutlich gemacht, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht ausreichen. Möglich wäre, eine andere Form der Förderung anzubieten, wie zinsvergünstigte Darlehen.

Wer erstattet die Kosten für die Planung?

Derzeit gibt es noch keine Regelungen dazu, ob Kosten für Betriebe und Planer erstattet oder anteilig ersetzt werden. Daher ist aktuell davon auszugehen, dass keine Erstattung vorgesehen sein wird.

Welche Möglichkeiten habe ich jetzt?

Klar ist, ohne die Zuschüsse und Förderungen der KfW wird der Neubau für viele Bauherren deutlich teurer. Für Betroffene ist es jetzt erst einmal wichtig, Ruhe zu bewahren. Wer ein zinsgünstiges Darlehen über die KfW-Bank erhalten hat, kann sich auch anderweitig orientieren. Denn die Zinsen befinden sich noch immer auf einem historischen Tief. Viele Banken vergeben Kredite zu sehr günstigen Konditionen, kaum merklich über den Zinsen der Kreditanstalt für Wiederaufbau liegen. Und die Vereinbarungen im Hinblick auf Sondertilgungen, Laufzeit und Vertragsbedingungen sind meist sogar besser. Somit ist eine Finanzierung auch weiterhin gut machbar.

 

Zudem bietet nicht nur der Bund, sondern auch andere Institutionen Förderprogramme an. Es gibt spezielle Förderungen über die Bundesländer und bei der BAFA. Mit diesen lassen sich die entgangenen Gelder (teilweise) auffangen, um die Kosten für das Bau- oder Sanierungsvorhaben zu senken.

 

Doch Vorsicht: Einige Förderprogramme sind nur für Personen mit einer bestimmten Einkommensgrenze gedacht. Wer darüber hinaus verdient, gilt nicht als förderberechtigt. Daher sind die Bedingungen frühzeitig und umfassend zu prüfen. Unsere Experten unterstützen Sie dabei.

Was passiert mit meinem Antrag?

Die bereits eingegangenen Anträge liegen erst einmal auf Eis, bis entschieden wurde, was mit den bereits genehmigten Bau- und Modernisierungsvorhaben passiert. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen wurde, müssen die Bauherren abwarten.

Neue Anträge für die gestoppten Programme werden abgelehnt.

Wie wird bei Modernisierungsprojekten vorgegangen?

Nach Angaben der Regierung sollen die Förderungen für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wieder aufgenommen werden, sobald die entsprechenden Geldmittel zur Verfügung stehen. Klar ist, dass der Staat seinen Schwerpunkt zukünftig nicht mehr auf Neubauten legen möchte, die bereits standartmäßig wichtige Kriterien in Sachen Umwelt- und Klimaschutz erfüllen. Sondern vor allem Besitzer von Bestandsimmobilien dabei unterstützen möchte, ihre Häuser den neuen Standards anzupassen.

Fördermittel sollen zukünftig dort eingesetzt werden, wo die CO2-Einsparung am höchsten ist. Und dies betrifft insbesondere bestehende, ältere Gebäude. Daher ist abzusehen, dass in naher Zukunft wieder Gelder für Modernisierungsprojekte zur Verfügung stehen werden.

Wie wird bei Neubauprojekten vorgegangen?

Die Regierung möchte zukünftig Projekte unterstützen, die ein hohes Potenzial für CO2-Einsparung aufweisen. Das KfW-Energieeffizienzhaus-55 wird heutzutage fast standardmäßig gebaut. Das bedeutet, Bauherren erfüllen auch ohne die Förderprogramme bereits wichtige Kriterien in Sachen Klimaschutz. Daher wird die Förderung für Standard-Neubauten zukünftig kürzer ausfallen.

Gefördert werden stattdessen Modernisierungsmaßnahmen von Gebäuden, die noch Bedarf in Sachen Energieeffizienz haben. Außerdem Neubauten, deren Effizienz über dem Durchschnitt liegt. Zunächst jedoch müssen die Förderungen des Bundes neu geordnet und neue Richtlinien entsprechend der Gegebenheiten festgelegt werden.

Gibt es Alternativen zur KfW-Förderung?

Einen 1:1-Ersatz für die entfallenden Förderungen gibt es nicht. Je nach Ausgangssituation lässt sich mit entsprechenden Alternativen jedoch eine ähnliche Förderhöhe erzielen.

Alternativ besteht weiterhin die Option, Förderungen der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zu beantragen. In diesem Bereich sind noch keine Fördereinschränkungen vorgesehen. Die BAFA bietet finanzielle Unterstützung bei Einzelmaßnahmen bei der Heizungsoptimierung, der Gebäudehülle, der Energieberatung und Baubegleitung. Auch wird der Austausch von Lüftungsanlagen und energetische Haustechnik gefördert.

 

Eine weitere Alternative zur KfW-Förderung sind die Landesförderprogramme. So können Bauherren in Baden-Württemberg beispielsweise das Kombi-Darlehen Wohnen mit Klimaprämie und Fördergelder für erneuerbare Energien nutzen. In Berlin wird vor allem das ökologische Bauen gefördert und in Bayern gibt es Zuschüsse für den Bau oder Kauf eines Eigenheims sowie zinsvergünstigte Kredite für selbst genutzten Wohnraum.

Hoffnungen auf Neuregelungen?

Ja, es wird definitiv eine Neuregelung bei den Förderungen der KfW geben. Der aktuelle Stopp bietet die Chance, die Hilfe neu auszurichten. Dafür müssen jedoch zunächst die Programme geordnet und neue Richtlinien festgelegt werden. Von Vorteil werden die Neuregelungen mit großer Wahrscheinlichkeit für Besitzer von Bestandsimmobilien sein, die ihr Eigenheim sanieren möchten. Denn nach den Aussagen der Regierung sollen zukünftig vor allem Eigentümer bestehender Gebäude Fördergelder erhalten, da sie ein hohes Potenzial für CO2-Einsparungen haben.

Problematisch ist jedoch, dass dadurch weniger Gelder für Neubauten zur Verfügung stehen werden. Und der Preisanstieg hat das Bauen in den vergangenen Jahren sowieso bereits deutlich verteuert. Bauherren von Neubauten wird daher angeraten, auch alternative Förderprogramme der BAFA sowie der Länder zu prüfen.

 

Gerne sind wir Ihnen als Baufinanzierungsexperten dabei behilflich, Fördermöglichkeiten für ihr Eigenheim zu finden. Vereinbaren Sie hier einen Termin mit uns und lassen Sie sich beraten.

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Susanne Knofe

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